Geothermie für Icking

28.06.2016 | Vorerkundung, Reservoirerschließung, Projekte | Sabine Volland
Geothermiebohrung in Bayern

Die geothermische Erschließung im Münchener Süden geht weiter. Derzeit prüft die Gemeinde Icking, ob in der Nähe von Walchstadt der Untergrund für eine geothermische Strom- und Wärmeproduktion erschlossen werden soll.

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe berichtete, hat die Erdwärme Bayern GmbH & Co. KG diese Woche in der Gemeinderatssitzung in Icking einen Antrag auf Vorbescheid zur "Errichtung einer Geothermiezentrale" gestellt, mit dem primären Ziel, Strom zu produzieren. Sollte das Reservoir und die Temperaturen ergiebig genug sein, könne auch die Auskopplung von Wärme erfolgen, so der Geschäftsführer der Erdwärme Bayern, Markus Wiendieck. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn die Thermalwassertemperaturen werden auf bis zu 150 Grad Celsius in ungefähr 4.000 Metern Tiefe geschätzt, genug um die nahe gelegene Stadt Wolfratshausen mit tiefengeothermischer Wärme zu versorgen. Allerdings gibt es noch keinerlei Verhandlungen mit der Stadt.

Der potenzielle Standort für das Geothermiekraftwerk soll nahe der Autobahnraststätte Höhenrain an der A95 liegen, so die Süddeutsche Zeitung. Daher müsse auch die Kommune dem Antrag noch zustimmen. Im Fall eines positiven Bescheids seitens der Gemeinde, Kommune und des Bergamts, würde mit den Bohrarbeiten bereits nächstes Jahr begonnen werden. Läuft alles nach Plan, könne das Kraftwerk bereits im Jahr 2019 oder 2020 errichtet werden, so Wiendieck in der Süddeutschen Zeitung.