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Markt Schwaben prüft Chance auf Geothermie-Bohrung

1. Dezember 2015

Gemeinsam mit der Bayernwerk Natur sucht Markt Schwaben nach einer Möglichkeit, die Gemeinde mit Wärme aus der Tiefe zu versorgen. Das Rathaus ist bereits an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Finanziell ist eine Geothermie-Bohrung für die Gemeinde alleine kaum zu stemmen. Daher werde derzeit geprüft, ob eine dritte Bohrung des benachbarten Geothermie-Projekts Poing niedergebracht werden kann, um die lukrative Fernwärme nach Markt Schwaben fließen zu lassen. Der Gemeinderat prüft momentan Fördermöglichkeiten für eine solche Lösung und hat entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Gutachten in Auftrag gegeben. Wie der Vorstand des Kommunalunternehmens Markt Schwaben (KUMS), Bernhard Wagner, der Süddeutschen Zeitung mitteilte, wird mit einer Entscheidung frühestens Anfang 2016 gerechnet.

Wagner sieht die Vorschläge einer Geothermie-Nutzung für Markt Schwaben positiv. Es gäbe nicht viele Möglichkeiten für die kleine Gemeinde, erneuerbare Energie zu installieren, da es an Freiflächen für Solar und Photovoltaik fehle und die Abstandsregelungen für Windkraftanlagen zur nächsten Bebauung nicht eingehalten werden können. Die Tiefe Geothermie dagegen wäre eine Einnahmequelle für den Ort. Derzeit bezieht die Gemeinde circa neun Prozent (entspricht 15.000 Megawattstunden) seiner Wärme aus erneuerbarer Energie, überwiegend aus Biomasse. Die regenerative Stromgewinnung liefert wesentlich schlechtere Zahlen. Der größte Teil an Strom und Wärme werde von den ansässigen Gewerbebetrieben verbraucht, wodurch der Anschluss an ein Fernwärmenetz ein lohnendes Investment wäre, erklärte Hans Gröbmayr, Klimaschutzmanager im Landratsamt Ebersberg, der Süddeutschen Zeitung. Denkbar wäre auch regionales Energieversorgungsunternehmen, das regenerativen Strom über ein kommunales Stromnetz handelt, so Gröbmayr. Markt Schwabens Bürgermeister, Georg Hohmann (SPD), zeigte sich unzufrieden mit dem geringen Stellenwert, den die Energiewende derzeit im Rathaus habe. Es brauche einen hauptamtlichen Energiemanager nach dem Vorbild der Nachbargemeinden Ebersberg, Kirchseeon, Poing und Vaterstetten, so Hohmann in der Süddeutschen Zeitung. Geht es nach dem Bürgermeister, wird diese Vakanz in den Haushaltsverhandlungen für 2016 zur Diskussion gestellt werden. (sv)

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