Neues Projektinfo über Sedimentgesteine und Geothermie

08.06.2010 | Projekte, Marktentwicklung, Forschung | (va)
Geothermiebohrung in Bayern

GeneSys Forschungsprojekt eröffnet die weiträumige Nutzung von Sedimentgesteinen mit geringer Wasserdurchlässigkeit.

Die im deutschen Untergrund liegenden Sedimentgesteine bieten interessante Wärmevorkommen. Bisher konnten sie wegen häufig geringer Wasserdurchlässigkeit nicht ihrem Potential entsprechend genutzt werden. Durch das GeneSys Forschungsprojekt wurde das Norddeutsche Becken geowissenschaftlich untersucht. Erschließungskonzepte von geothermischen Ressourcen werden in dem BINE-Projektinfo „Geothermische Energie aus Sedimentgesteinen“  (Ausgabe 05/2010) vorgestellt.

Das eine Fallbeispiel der Projektinfo behandelt grundlegende Untersuchungen einer ehemaligen Erdgasbohrung in der Südheide. Bei Uelzen wurde eine vorhandene Erdgasbohrung zur Forschungsanlage umgebaut und auf 4.134 m reduziert. Durch hohen Wasserdruck wurden künstliche Risse im Mittleren Buntsandstein erzeugt.
Die Erschließung der Erdwärme über eine einzige Bohrung (3900 m) wird anhand des Demonstrationsprojekts zur Wärmeversorgung des Geozentrums Hannovers als zweites Fallbeispiel behandelt.

Die Konzepte sollen in die Wärmeversorgung des Geozentrums Hannovers in der nächsten Projektphase mit einfließen. Hier soll durch eine einzige Bohrung, über die sowohl das geförderte Warmwasser wie auch das erkaltete Wasser geleitet werden, die Geowärme gefördert werden. Die Fördermenge soll 25 m³/h bei mindestens 130°C betragen.

Durch die neuen Erschließungskonzepte der Sedimentgesteine sind in Verbindung mit den bekannten Konzepten für kristalline Gesteine nahezu alle Regionen Deutschlands abgedeckt. Geothermische Energieversorgung aus Tiefengestein ist somit nicht mehr auf einzelne Regionen beschränkt.