Bohrstart in Strasbourg-Vendenheim

29.06.2017 | Erkundung & Analyse, Internationale Projekte, Projekte, Reservoirerschließung | Sabine Volland
Geothermiebohrung in Bayern

Der französische Energieversorger Fonroche hat mit den Bohrarbeiten zum Strasbourger Geothermieprojekt begonnen. Nach langer Vorbereitungszeit vollzieht die Eurometropole einen weiteren Schritt in ihrer regionalen Energiewende.

Glücklich über diesen Weg äußert sich der Strasbourger Bürgermeister, Philippe Pfrimmer, auf der Stadt eigenen Webseite: „Wir haben es geschafft, diesen Übergang erfolgreich umzusetzen“. Bis in 4.000 Meter Tiefe sollen die Bohrungen in den kommenden Monaten abgeteuft werden, um heißes Wasser für die Energiegewinnung aus der geothermischen Anlage zu erschließen. Für die Stadt Strasbourg und die Region Elsass hat dieses Vorhaben einen besonders symbolischen Wert für die Energiewende, denn die Geothermie-Bohrung wird auf dem Gelände der ehemaligen Erdölraffinierie Reichstett niedergebracht. Der Präsident der Eurometropole, Robert Herrmann, bezeichnet es als regionale Verantwortung, die Geothermie als erneuerbare Energiequelle zu nutzen. „Bis 2020 sollen 20 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, 2030 sollen es 30 Prozent und 2050 werden es 100 Prozent sein“, so Herrmann in der Kurznachricht zum Bohrbeginn der Stadt Strasbourg. Für den Fonroche-Mitgründer Daniel Arnault ist die Geothermie ein wahrer Trumpf für die Region. Die lange Vorbereitungszeit von sechs Jahren zahle sich nun aus: „Wir können heute was Gutes für die Generationen von Morgen tun“, so Arnault.

Sollte die erste Bohrung erfolgreich sein, soll bis März 2018 die zweite Bohrung das Reservoir produktionsfähig erschließen. Ab 2019 könnte die Anlage Strom für 7.000 und Wärme für 24.000 Haushalte bereitstellen.