Header Informationsportal Tiefe Geothermie

Zweite Chance für Gelting

30. Mai 2016

Mit der wissenschaftlichen Unterstützung der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) aus Hannover und erfahrenen Ingenieurbüros will die Enex Power Germany das Geothermie-Projekt Gelting (alias Geretsried) erneut in die Umsetzung bringen.

Ende des Jahres soll wieder gebohrt werden, schreibt der Münchner Merkur in seiner Ausgabe vom 20. Mai 2016. Als im Jahr 2013 die erste Bohrung als nicht fündig erklärt werden musste, war das Projekt von Enex Power Germany jäh zu Ende. Auch die Entwicklung in den umliegenden Projekten stagnierte (Königsdorf, Holzkirchen). Seit dem hatte die Firma um die beiden Geschäftsführer Dr. Robert Straubinger und Andreas Gahr verzweifelt um eine Fortführung des Projekts gekämpft und Finanzgeber gesucht. Einem Antrag auf Forschungsförderung wurde nun seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) stattgegeben. Enex hat bereits eine schriftliche Förderzusage erhalten (Förderkennzeichen 0324004 A-E).

Das bestehende Bohrloch wird genutzt werden, um eine Ablenkbohrung von 3.000 Meter Tiefe entlang eines alternativ verlaufenden Bohrpfades zu durchteufen und in klüftige, tektonisch gestörte Bereiche vorzudringen. Wie genau der Bohrpfad verlaufen wird, kann erst festgelegt werden, wenn die vorliegenden Daten alle noch einmal abgeglichen werden, so Andreas Gahr im Münchner Merkur. Dazu werden zahlreiche wissenschaftliche Vorarbeiten durchgeführt. Das bereits verschlossene Bohrloch wird geöffnet, und im Rahmen der Sidetrack-Bohrung werden mehrere Bohrkerne gezogen, um Aussagen über die Gesteinseigenschaften treffen zu können. Dieser Vorgang ist in einem Geothermie-Projekt im Voralpenraum in dieser Tiefe bislang einmalig. Erkenntnisse aus den wissenschaftlich gewonnen Daten lassen sich durchaus auch auf andere Projekte übertragen.

Sollte das Projekt erfolgreich sein, so könnte die Stadt Geretsried ihre Pläne, ein 42 Kilometer langes Fernwärmenetz zu bauen, wieder aufnehmen. Ungefähr 36 Millionen Euro Investitionskosten wollte die Kommune dafür in die Hand nehmen, mit der Tiefen Geothermie als Hauptenergieträger, so der Merkur in seiner Ausgabe vom 22. Mai  2016. Durch die nichtfündige Bohrung der Enex Power Germany ruhten die Pläne der Geretsrieder Stadtwerke. Die Hoffnung, auf heißes Thermalwasser in circa 4.800 Metern Tiefe zu stoßen, haben Straubinger und Gahr bis heute nicht aufgegeben. Mit ersten Ergebnissen aus dem Forschungsprogramm rechnen die beiden Geschäftsführer bereits im ersten Quartal 2017. Das Forschungsprojekt wird mit knapp 5 Millionen Euro vom BMWi gefördert und läuft bis 2018. (sv)

Quelle: 

Merkur (20.05.16), Merkur (22.05.16)

Projekte zu dieser News: 

Anzeigen

Thema im Fokus

8 l 2019
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse der 2D-seismischen Messungen des GeoZentrums Nordbayern zeigen ein vollständig neues Bild des Untergrundes in Franken und weisen auf Potenziale für die geothermische Energiegewinnung hin. Dr. Wolfgang Bauer, Leiter der Forschungsgruppe Geothermie am Lehrstuhl für Geologie des GeoZentrums Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, erklärt im Interview Ausgangspunkt, Ziele und Ergebnisse der 2D-seismischen Messungen in Franken. ... mehr

Termine

« Dezember 2019 »
MoDiMiDoFrSaSo
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031

Auf einen Klick

Finden Sie die passende Firma

Unser Branchenverzeichnis bietet Ihnen über 250 Firmen und Organisationen aus der Tiefengeothermiebranche. 

Werben Sie zielgenau

Nutzen Sie das Informationsportal Tiefe Geothermie und werben Sie hier zielgenau für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistungen. Unsere Konditionen.

Finden Sie die passende Information

Mit unserem monatlich erscheinenden Newsletter oder RSS-Feed bleiben Sie stets über aktuelle Entwicklungen informiert. Jetzt abonnieren!