München-Riem

Projektgebiet:
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
3.225
TH 2 in m (MD)
3.275
Nutzungsart
Hydrothermal, Doublette
Temperatur in °C
93
Förderrate in L/s
75
Mineralisation in mg/L
630
Zielnutzhorizont
Malm
Installierte thermische Leistung in MW
13

Kontakt

Stadtwerke München GmbH
Emmy-Noether-Straße 2
80992 München
Telefon: (0800) 796 796 0
Fax: (0800) 796 796 9
E-Mail: info [at] swm.de

Bohrung vor dem Heizwerk Riem, Quelle: m-direkt 04 2013

Nachrichten zum Projekt

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Mit der Messestadt Riem begann in München die Ära der Tiefen Geothermie. Dank des heißen Wassers aus der Tiefe wird hier der Wärmebedarf sowohl der Messe gedeckt als auch der rund 16.000 Menschen in diesem Stadtteil. Die Neue Messe München wurde damit sogar zum ersten Messegelände weltweit mit Geothermie-Beheizung.

Schon in den 1990er-Jahren trieben die Stadtwerke München die konzeptionelle Voruntersuchungen für die Wärmeversorgung in München-Riem voran. Bis 1992 war Riem der Standort des Münchner Flughafens. Nach dessen Verlagerung wurde das Areal in den 1990er-Jahren zu einem neuen Stadtteil umgestaltet. Den endgültigen Beschluss zur Umsetzung eines Wärmenetzes fassten die Stadtwerke im Jahr 1994. Planung und Erschließung begannen 2002. 

Seit 2004 versorgt die Geothermie-Anlage rund 16.000 Menschen mit regenerativer Fernwärme. Die Finanzierung der Anlage stemmten die SWM ohne Fördermittel. Die Amortisation erfolgt durch die Einsparung von Erdgas bei der Wärmeerzeugung für das Wärmenetz. Die Messe nutzt zudem die Wärme als Redundanz für ihre Absorptionskältemaschinen, die mit Gas betrieben werden.

Für das Projekt München-Riem wurden zwei Bohrungen abgeteuft, die in 645 bzw. 1.900 Metern Tiefe voneinander abgelenkt wurden. Die Förderbohrung neigt sich um 37° nach Nord-Nord-West, während sich die Injektionsbohrung in die entgegengesetzte Richtung Süd-Süd-Ost um 42° neigt. Durch die Ablenkung liegen die Bohrungen untertage 2.200 Meter auseinander, während sie übertage nur 15 Meter voneinander entfernt sind.

Die Bohrung Riem Th1 erreichte nach 42 Tagen ihre Endteufe mit 3.275 Metern (MD). Nach einer erfolgreichen Säurestimulation im Malm und einem anschließenden neuntägigen Kurzpumpversuch konnte die Fündigkeit der Tiefbohrung nachgewiesen werden. Die geförderte Thermalwassertemperatur übertraf die Erwartungen und lag bei rund 93 Grad Celsius. 

Nach den geologischen Erkenntnissen aus der Bohrung Riem Th1 wurde die Bohrung Riem Th2 auf eine Endteufe von 3.225 Meter projektiert. Hier wurde nach dem erfolgreichen Abschluss der Bohrung eine Schüttung von 40 Litern pro Sekunde und eine Fördertemperatur von 93 Grad Celsius nachgewiesen.

Die Gesamtkosten für die Bohrarbeiten im Geothermieprojekt München-Riem beliefen sich einschließlich Errichtung und Rekultivierung des Bohrplatzes auf rund 5,3 Millionen Euro und blieben trotz der letztendlich höheren Gesamtteufen unter dem veranschlagten Projektbudget. Seit dem Einbau einer leistungsstarken Tauchkreiselpumpe können sogar 75 Liter pro Sekunde gefördert werden.