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Informationsveranstaltung zum geplanten Geothermiekraftwerk Tengling

7. Juni 2019

Geoenergie Bayern stand interessierten Bürgerinnen und Bürgern am 5. Juni im Tenglinger Neuwirt Rede und Antwort.

Strom für 20.000 Haushalte will die Münchner Firma Geoenergie Bayern nördlich von Tengling im oberbayerischen Landkreis Traunstein jährlich erzeugen. Dafür plant sie ein geothermisches Kraftwerk mit acht bis neun Megawatt Leistung.

Am 5. Juni waren die Bürgerinnen und Bürger vor Ort zur Informationsveranstaltung eingeladen. Nach Angaben von www.chiemgau24.de waren 30 Interessierte gekommen, denen Geschäftsführer Bernhard Gubo Rede und Antwort stand.

Sorge bereitete den Anwesenden vor allem die Möglichkeit von durch die geplanten Bohrungen ausgelösten seismischen Ereignissen. Gubo legte dar, dass Geothermie-Bohrungen in der Regel nicht das Potenzial hätten, Erdbeben auszulösen. „Das ist absolut unwahrscheinlich", so der Geschäftsführer laut Chiemgau24. Die möglicherweise ausgelösten Mikro-Erdbeben mit Werten von 1 bis 2 auf der Richterskala seien nicht spürbar. Ein Restrisiko könne man jedoch nicht völlig ausschließen.

Willie Stiehler von der Energieagentur Südostbayern stellte Risiken und Vorteile gegenüber: Ja, es gebe noch vergleichsweise wenig Erfahrungen mit der Geothermie und die Investitionskosten seien am Anfang hoch - doch die Vorteile würden überwiegen: Geothermie ist unbegrenzt und rund um die Uhr verfügbar, sie ist klimaschonend, verursacht geringe laufende Kosten, benötigt wenig Fläche und sichert die Unabhängigkeit in der Energieversorgung.

Völlig überzeugen ließen sich die Anwohnerinnen und Anwohner laut Chiemgau 24 nicht. Neben der Sorge vor Erdbeben befürchten sie, „die Geothermie könnte unterirdische Wasserströme umleiten oder langfristig die Wärme des Erdkerns so sehr anzapfen, dass keine Schneeglöckerl mehr wachsen.“

Gutachten positiv – Bohrantrag soll im Sommer gestellt werden
Nach Aussagen der Geoenergie Bayern sind die bisher erfolgten Gutachten zu Geologie, Oberflächengewässern, Grundwasser, Naturschutz (Flora und Fauna), Immissionsschutz (Schall), Verkehrsanbindung sowie gemeindlichen Planungen und Interessen positiv ausgefallen. Nun werde die Antragsstellung für die Bohrungen und die geplante Stromerzeugungsanlage im Rahmen bergrechtlicher und baurechtlicher Anträge vorbereitet.

Mit dem Bohrplatzbau könnte bei einem positiven Bescheid 2020 begonnen werden. Das Management der Firma, die bereits bei den Geothermie-
Projekten in Kirchweidach und Garching an der Alz verantwortlich war und dabei wertvolle Erfahrungen gewinnen konnte, rechnet mit einer Dauer von zwei Jahren für die Bohrarbeiten inklusive der Pumptests.

Acht bis neun Megawatt elektrischer Leistung möglich
Geoenergie Bayern erwartet Tiefengrundwasser mit einer sehr optimistisch eingeschätzten Förderrate von 200 Litern pro Sekunde und einer Temperatur zwischen 120 und 130 °C. Mit dieser Menge an geothermischer Energie könne die Anlage acht bis neun Megawatt elektrische Leistung bringen: dauerhaft, wetterunabhängig und ohne Emissionen. Der Strom solle in das örtliche Netz eingespeist werden. Auch eine Wärmeauskoppelung zur Versorgung der Tenglinger Haushalte und Betriebe sei möglich.

Dazu gab Bürgermeisterin Ursula Haas bei der Infoveranstaltung jedoch zu bedenken, dass man dafür Leitungen und Anschlüsse legen müsse. „Ausgeschlossen ist es zwar nicht, aber wie es ausschaut, wird das leider nicht rentabel sein", so zitiert sie Chiemgau24.

Die Geoenergie Bayern hält eine Fernwärmeversorgung jedoch für denkbar. „Die Geothermie-Projekte in Traunreut, Kirchweidach, Waldkraiburg und Simbach haben gezeigt, dass die Versorgung von Fernwärmenetzen technisch und ökologisch sinnvoll ist“, heißt es im Infoblatt zur Veranstaltung. (kj)

Quelle: 

Chiemgau24, Geoenergie Bayern

Beteiligte Firmen: 

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