Schweiz: Geothermie nimmt neuen Anlauf

11.05.2016 | Vorerkundung, Internationale Projekte | Sabine Volland
Geothermiebohrung in Bayern

Im Kanton Genf haben die Vorarbeiten für ein geothermisches Wärmeprojekt begonnen. Mehrere potenziell geeignete Gebiete sind bereits identifiziert. Trotz der Fehlschläge in Basel und Sankt Gallen halten die Eidgenossen die Tiefe Geothermie weiterhin für eine Alternative zur fossilen und Nuklear-Energie.

Nach zwei Jahren seismischer Voruntersuchung des gesamten Kantons Genf  durch die Industrielle Betriebe Genf (SIG) und Datenanalyse, haben sich fünf Tiefenhorizonte herauskristallisiert, die geeignet erscheinen für eine tiefengeothermische Wärme- und Stromerzeugung, so das Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Knapp 20 Millionen Franken haben die SIG in diese Untersuchungen investiert. Forscher der Universität Genf haben mittlerweile aus den gewonnenen Daten ein 3D-Untergrundmodell entwickelt, in dem sich gleich mehrere potenziell thermalwasserführende Horizonte gezeigt haben.

Die bisherigen Ergebnisse seien ermutigend, erklärte der SIG Direktor Christian Brunier in der LIEWO Sonntagszeitung. Die Schichten liegen in Tiefen zwischen 500 und 3.000 Metern, und das potenziell enthaltene Thermalwasser könnte bis zu 120 Grad Celsius heiß sein. Primär soll über das Geothermie-Projekt Wärme für circa zwei Drittel der Genfer Haushalte gewonnen werden, zitiert die Neue Züricher Zeitung NZZ den Genfer Energieminister Antonio Hodgersso am gestrigen Dienstag. Eine Stromproduktion für die Zukunft sei jedoch nicht ausgeschlossen.

Doch bevor es in die Tiefe geht, wird zunächst das potenzielle Erdbebenrisiko im Genfer Geothermie-Projekt analysiert. Probebohrungen sind nicht vor 2018 vorgesehen. Bis dahin wird der Gesetzesgeber die Regularien noch nachjustieren müssen. Nach NZZ wird bis zur Jahresmitte 2016 ein neues Gesetz über die Nutzung des Untergrunds dem Grossen Rat zur Verabschiedung eingereicht werden.

Quelle:

NZZ, SRF, LIEWO

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