Kirchweidach

Projektgebiet:
Installation von sechs Orcan-Module mit einer Gesamtleistung von 1 Megawatt  an der Geothermieanlage im oberbayerischen Kirchweidach, wo sie überschüssige Wärme hocheffektiv in Strom umwandeln..
2015 Kirchweidach Spatenstich neues Gewächshaus
Status
ruhend
TH 1 in m (MD)
4.930
TH 2 in m (MD)
5.133
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
123
Stromerzeugungsverfahren
ORC
Förderrate in L/s
100
Zielnutzhorizont
Oberjura
Installierte thermische Leistung in MW
12
Installierte elektrische Leistung in MW
4

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Das Geothermie-Projekt in Kirchweidach im oberbayerischen Landkreis Altötting wurde entwickelt, um Wärme für Gewächshäuser und ein kommunales Fernwärmenetz zu erzeugen. Doch das Projekt scheiterte - nicht technisch, sondern finanziell. Die Gesellschaft "Geothermiekraftwerke.de GmbH" wurde insolvent. Privatanleger hatten mehr als 30 Millionen Euro hatten Privatanleger eingezahlt.

Die erste Bohrung, die im Mai 2011 erfolgreich abgeschlossen wurde, kam auf eine Tiefe von 3.800 Metern und eine Länge von 4.930 Metern. Die Temperatur des Tiefengrundwassers lag bei 123 Grad Celsius.

Die zweite Bohrung erreichte im September 2011 die Endteufe von 3.800 Metern, blieb aber ohne Fündigkeit. Ein Sidetrack ab einer Tiefe von 2.700 Metern hatte in 3.480 Meter Tiefe mehr Erfolg. Nach einer Bohrstrecke von 5.133 Metern, die bis dahin längste Geothermie-Bohrung überhaupt, wurde Mitte Dezember 2011 das erhoffte Tiefengrundwasser erschlossen.

Erwartet wurde eine mögliche Förderrate von 150 Litern pro Sekunde. In einem Langzeitpumptest kam ab Mai 2012 die neu entwickelte Pumpe von Canadian Advanced mit einer Leistung von 1,6 Megawatt zum Einsatz. Während des Pumptests kam es unter anderem wegen Pumpendefekten immer wieder zu Verzögerungen. Die Testarbeiten zogen sich so bis Mitte 2013 hin. Die geplante Förderrate von 150 Liter pro Sekunde konnte letztlich aber nicht bestätigt werden.

Die Energienutzung erfolgte ab Ende 2013. Die Gemeinde hatte einen Wärmeliefervertrag mit der Projektgesellschaft geschlossen, um den lokalen Gemüse- und Früchteanbaubetrieb (Tomaten, Paprika und Erdbeeren) und das zunehmend ausgebaute Fernwärmenetz zu versorgen. Zusätzlich wurden im April 2021 sind sechs Module zur Stromerzeugung installiert. Bis Ende 2021 sollte ein Kraftwerk mit einer Leistung von knapp 4 Megawatt in Betrieb gehen.

Streigkeiten und Insolvenz:

Im August 2016 hat die Gemeinde Kirchweidach die Firma Geoenergie Bayern gekauft und wurde damit einer der beiden Gesellschafter. Die Anteile der Gemeinde wurden aber im Oktober 2016 per Gesellschafterbeschluss von dem zweiten Gesellschafter eingezogen. Dies hat zu einem Verfahren zwischen der Gemeinde Kirchweidach und der Geothermie Management GmbH, einer Tochtergesellschaft der FG Geothermie, geführt.

Am 16. Oktober 2020 wurde vor dem Amtsgericht Regensburg das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Geokraftwerke.de GmbH eröffnet. Gegenstand des Verfahrens sind nachrangige Darlehen in Höhe von über 30 Millionen Euro, die private Investorinnen und Investoren der Geokraftwerke.de GmbH zur Verfügung gestellt haben. Dieses Unternehmen gehört zur Regensburger FG-Gruppe und hat einen Teil des Geldes an acht weitere Unternehmen der Gruppe für Investitionen in tiefengeothermische Projekte weitergereicht.

Anzahl der Bohrungen
2